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In Hessen, sage ich mir jeden Morgen, steht sicher alles in Pracht und Buntheit.

Rainer Maria Rilke

Zwei Raben:

Autorenstipendium im Ubbelohde-Haus

Schloss Friedelhausen

Zwei Raben: Literatur in Oberhessen möchte die Region zwischen Lahn und Ohm zurück ins literarische Bewusstsein bringen und mit einer Gegenwart kurzschließen, die von einer Sehnsucht nach dem Land geradezu infiziert ist. Denn diese Sehnsucht trifft in Oberhessen auf ihr eigene Historie.

Da wäre etwa Rainer Maria Rilke, der sein ganzes Leben die Erinnerung an die beiden Sommer bewahrt hat, die er 1905 und 1906 auf Schloss Friedelhausen bei Marburg verbrachte. Oder Otto Ubbelohde, der fünf Jahre zuvor in dem nahgelegenen Goßfelden das von ihm selbst entworfene Atelierhaus bezog. Der Marburger Maler entschloss sich zur Rückkehr in die heimatliche Landschaft, nachdem er in Worpswede gewesen war, wo sein Münchner Studienfreund Fritz Mackensen mit Otto Modersohn und Heinrich Vogler gerade die berühmte Künstlerkolonie gegründet hatte. Auch dort hätte er Rilke begegnen können, der, wie er selbst, fasziniert war von dem Versuch, die Städte hinter sich zu lassen und gemeinsam mit anderen Künstlern eine neue Lebensform zu erproben.

Heute richtet die Literatur ihren Blick wieder einmal wie neu auf die Natur. Bücher in der Tradition des natural writings werden zu Bestsellern, das Naturgedicht erfährt eine Renaissance, jene Fragen nach einem besseren Leben, wie sie schon Ubbelohde und Rilke beschäftigten, scheinen mit einem Mal aktueller denn je. Der Verein Zwei Raben: Literatur in Oberhessen hat sich vorgenommen, diesen neu-alten Dialog zwischen Natur und Literatur zu befördern.

Autorenstipendium vergeben an Marcus Braun


(c) Rabea Edel

Marcus Braun wird vom 15.9. bis 15.12.2020 im Ubbelohde-Haus in Goßfelden leben und arbeiten.
Marcus Braun hat die Jury „durch sein halsbrecherisch virtuoses Erzählen beeindruckt. Sichtlich vom französischen Surrealismus und den Verfahren der Moderne geprägt, stellen seine Romane unsere Wahrnehmungen ebenso wie unsere Erwartungen auf die Probe. Seine Bücher richten ihren Blick auf uns Leser, so unverwandt, wie die Augen der Gorillas uns in seinen Bildern ansehen"

Marcus Braun, 1971 an der Mosel geboren, ist zunächst mit Theaterstücken, dann aber vor allem Romanen bekannt geworden, u.a. Delhi (1999), Nadiana (2000) und zuletzt Der letzte Buddha (2017). Seit 2015 arbeitet er auch als Maler.

Autorenstipendium vergeben an Christoph Peters


(c) Luchterhand Verlag

Christoph Peters lebte und arbeitete vom 15.3. bis 15.6. 2020 im Ubbelohde-Haus.

Der Jury nach ist „Christoph Peters' Prosa von seinem besonderen Zugang zur bildenden Kunst beeinflusst. Geprägt vom Niederrhein und Joseph Beuys, nähert er sich allen Künsten, ob der Malerei oder asiatischer Keramik, mit der Frage nach den Valenzen von Sinn in den unterschiedlichen Kulturen. Wobei Peters selbst ein Wanderer zwischen den Kulturen ist, wie es wenige in der deutschen Literatur gibt. In einem katholischen Internat erzogen, vom Islam beeinflusst, offen für die Abstraktionen des Buddhismus, bilden seine Romane diese Suchbewegung auf ebenso welthaltige wie kluge Weise ab.“ Die Jury ist gespannt, welche Funde er auf seiner Expedition nach Oberhessen machen wird.

1966 in Kalkar am Niederrhein geboren, hat Christoph Peters in Karlsruhe Malerei studiert und gehört seit seinem Debüt, dem Erzählungsband Stadtlandfluß von 1999, zu den produktivsten deutschen Erzählern. Ausgezeichnet unter anderem mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Düsseldorfer Literaturpreis, dem Rheingau-Literaturpreis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. Zuletzt erschien von ihm der Roman Das Jahr der Katze (2018).

Termine:


  • 19.9.2020 :
    Lesung mit Marcus Braun um 16 Uhr
  • 1.9.2020 :
    Autorenstipendium 2021

Marion Poschmann:


Marion Poschmann, die in ihren Gedichte und Romanen immer wieder eine neue, höchst poetische und zugleich analytische Sprache für Natur findet, war die erste Stipendiatin im Ubbelohde-Haus und lebte und arbeitete von September bis November 2019 in Goßfelden.