Zwei Raben:

Autorenstipendium im Ubbelohde-Haus

Der Verein Zwei Raben: Literatur in Oberhessen vergibt in Kooperation mit der Otto-Ubbelohde-Stiftung jährlich zwei Aufenthaltsstipendien im ehemaligen Atelier- und Wohnhaus des Malers Otto Ubbelohde in Goßfelden bei Marburg.

Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Deutschsprachige Schriftsteller aller Sparten, die mindestens zwei Buchveröffentlichungen in Publikumsverlagen vorzuweisen haben, sind eingeladen, in einer großzügigen Wohnung im ersten Stock des Hauses mit Blick ins Lahntal und ausgestattet mit einem monatlichen Salär von 2.500€ für ein Vierteljahr zu leben und zu arbeiten. Es wird erwartet, dass sie während der Zeit in Goßfelden ihre Arbeit in einer Lesung öffentlich vorstellen und sich mit dem Werk Otto Ubbelohdes und der besonderen historisch-ästhetischen Situation des Atelierhauses in seiner Landschaft auseinandersetzen. Zum Abschluss erbittet der Verein einen kurzen literarischen Text.

Bewerbungsformular

März bis Juni 2020


Christoph Pters (c) Luchterhand Verlag

Christoph Peters lebte und arbeitete vom 15.3. bis 15.6. 2020 im Ubbelohde-Haus.

Der Jury nach ist „Christoph Peters' Prosa von seinem besonderen Zugang zur bildenden Kunst beeinflusst. Geprägt vom Niederrhein und Joseph Beuys, nähert er sich allen Künsten, ob der Malerei oder asiatischer Keramik, mit der Frage nach den Valenzen von Sinn in den unterschiedlichen Kulturen. Wobei Peters selbst ein Wanderer zwischen den Kulturen ist, wie es wenige in der deutschen Literatur gibt. In einem katholischen Internat erzogen, vom Islam beeinflusst, offen für die Abstraktionen des Buddhismus, bilden seine Romane diese Suchbewegung auf ebenso welthaltige wie kluge Weise ab.“ Die Jury ist gespannt, welche Funde er auf seiner Expedition nach Oberhessen machen wird.

1966 in Kalkar am Niederrhein geboren, hat Christoph Peters in Karlsruhe Malerei studiert und gehört seit seinem Debüt, dem Erzählungsband Stadtlandfluß von 1999, zu den produktivsten deutschen Erzählern. Ausgezeichnet unter anderem mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Düsseldorfer Literaturpreis, dem Rheingau-Literaturpreis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. Zuletzt erschien von ihm der Roman Das Jahr der Katze (2018).

September - November 2019


Marion Poschmann © Frank Mädler

Marion Poschmann, 1969 in Essen geboren, veröffentlicht seit 2002 Gedichte und Prosa, zuletzt erschien ihr Roman Die Kieferninseln, der 2019 auf der Shortlist des Man Booker International Prize stand. Sie wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis (2011), dem Wilhelm Raabe-Preis (2013) und dem Deutschen Preis für Natural Writing (2017). Marion Poschmann hat in Bonn und Berlin Philosophie und Germanistik studiert und lebt in Berlin.

Aus der Begründung der Jury: Marion Poschmann gehört spätestens seit ihrem Gedichtband "Grund zu Schafen“ zu den prägnantesten Stimmen einer Generation, die das Naturgedicht in aufsehenswerter Weise erneuert hat. In einem ganz eigenen Ton rationaler Hingegebenheit oder schwärmerischer Genauigkeit entwirft Marion Poschmann in ihren Gedichten wie in ihren Romanen Räume der Wahrnehmung, die den Leser zu Expeditionen in eine neu gesehene Welt wie in das eigene Innere verlocken.