Zwei Raben:

Aktuelles

Besuch der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn


Am Vormittag des 31.07.2020 besuchte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn den Verein „Zwei Raben: Literatur in Oberhessen“ im Garten des Otto-Ubbelohde-Hauses in Goßfelden.

Neben den Vertretern des Land- und Kreistags, der Gemeinde Lahntal sowie der Oberhessischen Presse waren mehrere Vereins- und Vorstandsmitglieder zur Begrüßung von Frau Dorn nach Goßfelden gekommen.

Im Rahmen ihrer Sommerkulturreise wollte die Ministerin den Verein näher kennen lernen und überreichte bei dieser Gelegenheit symbolisch den Zuwendungsbescheid über die finanzielle Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst für die Vereinsprojekte „Autorenstipendium“ und „Literaturhaus unterwegs“ an die Vorsitzende des Vereins „Zwei Raben“ Dr. Erika Schellenberger. Die Ministerin lobte die Projekte als „vorbildhaft“. Es sei das Ziel, „Kultur im ländlichen Raum so zu verwurzeln, dass sie ein Teil davon wird und bleibt.“

Nach den Ansprachen des Landtagsabgeordneten Christian Weigel, des Vertreters des Landkreises Dr. Markus Morr, dem Bürgermeister der Gemeinde Lahntal Manfred Apell und dem Vorsitzenden der Otto-Ubbelohde-Stiftung Ludwig Rinn stand für alle Gäste ein Frühstück mit Kaffee und Kuchen sowie Erfrischungsgetränken und Obst bereit. Anschließend besichtigte Frau Dorn die Autorenwohnung im Ubbelohde-Haus.

Der Verein hat sich sehr über den gelungenen Empfang und das Interesse der Ministerin gefreut.

Begrüßung und Abschied von Christoph Peters in besonderer Zeit


Christoph Peters und Dr. Erika Schellenberger-Diederich (1. Vorsitzende)

Der Vorstand freut sich, dass trotz schwieriger Zeiten, unser zweiter Stipendiat, Christoph Peters aus Berlin, in die Atelierwohnung eingezogen ist. Er wird bis zum 15. Juni 2020 dort wohnen und arbeiten. Im kleinen Kreis wurde er vom Vorstand - mit gebotenem Abstand - herzlich begrüßt.

Drei Monate sind schnell vergangen. Die geplanten Lesungen, wie auch die Abschiedslesung konnten nicht stattfinden. Aus diesem Grund präsentierte und erklärte Christoph Peters seine private japanische Teeschalensammlung und die neuen Teeschalenzeichnungen in einem hoch spannenden Vortrag dem Vorstand. Zum Schluss las er den im Otto-Ubbelohde-Haus entstandenen wunderbaren Text zu Ubbelohdes Gemälde ‚Tote Eule‘ vor, der einen Einblick in Ubbelohdes Goßfelden gibt: Es ist Hochsommer und Kinder aus dem Dorf bringen dem Maler einen toten Vogel…

Bewerbung für das Autorenstipendium 2021


Die Bewerbungsfrist für das Autorenstipendium läuft vom 1. September bis 30. November 2020. Das Formular für Ihre Bewerbung finden Sie unter: https://literaturinoberhessen.de/stipendium/bewerb...

Marcus Braun erhält den Wolfgang-Koeppen-Preis 2020


Marcus Braun (c) Rabea Edel

Für sein literarisches Wirken erhält Marcus Braun den Wolfgang-Koeppen-Preis 2020 der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Die Preisverleihung für den mit 5000 Euro dotierten Preis findet in 2021 statt.

"Seit seinem grandiosen Roman-Debut Delhi von 1999 nimmt der 1971 an der Mosel geborene Marcus Braun in der deutschen Literatur eine Sonderstellung ein: In ihrer Sprachbesessenheit, den kühnen Schnitten bei weitgehendem Verzicht auf die Gewissheiten traditioneller Erzählstrukturen sind seine Romane und Theaterstücke von Beginn an den experimentellen Ansätzen der klassischen Moderne verpflichtet, wie sie Wolfgang Koeppen mit seiner Trilogie des Scheiterns in die Deutsche Nachkriegsliteratur eingeführt hat. Unbeirrt von Moden und Zeitgeist, umkreist er noch einmal die großen Menschheitsthemen: schwärmerische Liebe und erotische Obsession, Grenzerfahrung und Grenzüberschreitung, den Weg in die Fremde, den Tod“, so Christoph Peters in seiner Begründung. „Doch trotz aller Dunkelheit ist es ein ungeheures Vergnügen Marcus Braun zu lesen. Seine Sprache in ihrer lakonisch präzisen, dabei immer poetischen Kraft lässt uns glauben, dass die einzige Rettung aus der Absurdität der menschlichen Verhältnisse“.

Die Preisverleihung findet wegen der Corona-Pandemie erst im Juli 2021 statt. Dort wird Greifswalds Oberbürgermeister anlässlich des 115. Geburtstags Wolfgang Koeppens den Preis im Geburtshaus des Schriftstellers an Marcus Braun übergeben.

Der Wolfgang-Koeppen-Preis wird seit 1998 alle zwei Jahre von der Stadt Greifswald vergeben. Er ist mit einem Preisgeld von 5000 Euro dotiert und würdigt ein literarisches Wirken, „das in ähnlicher Weise wie das Werk Wolfgang Koeppens in seiner Zeitgenossenschaft dem unvollendeten Projekt der literarischen Moderne verbunden bleibt und in seiner sozialen Sensibilität dem Werk Koeppens vergleichbar ist." Der jeweils letzte Preisträger schlägt den neuen vor.

Autorenstipendien an Christoph Peters und Marcus Braun vergeben


Literatur und Landschaft

Verein Zwei Raben: Literatur in Oberhessen vergibt
Autorenstipendien an Christoph Peters und Marcus Braun

Der Verein Zwei Raben: Literatur in Oberhessen vergibt in Kooperation mit der Otto
Ubbelohde-Stiftung
zwei dreimonatige Stipendien an die Schriftsteller Christoph Peters und Marcus Braun. In einer großzügigen Wohnung mit Blick ins Lahntal werden in diesem Jahr Christoph Peters vom 15.3. bis 15.6. 2020 und Marcus Braun vom 15.9. bis 15.12. 2020 im Ubbelohde-Haus in Goßfelden bei Marburg leben und arbeiten. Sie erhalten in der Zeit ein monatliches Salär von 2.500 €.

Marion Poschmann (Stipendiatin 2019) folgen im Jahr 2020 somit zwei weitere Autoren, die eine hohe Sensitivität für den Wandel in Natur und Welt auszeichnet.

Aus der Begründung der Jury, der in diesem Jahr Dr. Erika Schellenberger (1. Vorsitzende des Vereins, Ludwig Rinn (1. Vorsitzender Otto Ubbelohde Stiftung) und Prof. Dr. Thomas Hettche (2. Vorsitzender des Vereins, Autor) angehörten:

„Mit Marcus Braun und Christoph Peters zeichnet der Verein „Zwei Raben: Literatur in Oberhessen“ „zwei Schriftsteller aus, die jeweils für einen ganz unterschiedlichen literarischen Weg stehen, und die ihr Interesse an der Bildenden Kunst verbindet. Der Verein freut sich auf ihre Auseinandersetzung mit dem Werk des Oberhessischen Malers Otto Ubbelohde.“

Marcus Braun hat die Jury „durch sein halsbrecherisch virtuoses Erzählen beeindruckt. Sichtlich vom französischen Surrealismus und den Verfahren der Moderne geprägt, stellen seine Romane unsere Wahrnehmungen ebenso wie unsere Erwartungen auf die Probe. Seine Bücher richten ihren Blick auf uns Leser; so unverwandt, wie die Augen der Gorillas uns in seinen Bildern ansehen. .Marcus Braun, 1971 an der Mosel geboren, ist zunächst mit Theaterstücken, dann aber vor allem Romanen bekannt geworden, u.a. Delhi (1999), Nadiana (2000) und zuletzt Der letzte Buddha (2017). Seit 2015 arbeitet er auch als Maler.“

Der Jury nach ist „Christoph Peters Interesse an der Malereiein anderes, wie seine Prosa eine andere ist. Geprägt vom Niederrhein und Joseph Beuys, nähert er sich allen Künsten, ob der Malerei oder asiatischer Keramik, mit der Frage nach den Valenzen von Sinn in den unterschiedlichen Kulturen. Wobei Peters selbst ein Wanderer zwischen den Kulturen ist, wie es wenige in der deutschen Literatur gibt. In einem katholischen Internat erzogen, vom Islam beeinflusst, offen für die Abstraktionen des Buddhismus, bilden seine Romane diese Suchbewegung auf ebenso welthaltige wie kluge Weise ab.“ Die Jury ist gespannt, welche Funde er auf seiner Expedition nach Oberhessen machen wird.

1966 in Kalkar am Niederrhein geboren, hat Christoph Peter in Karlsruhe Malerei studiert und gehört seit seinem Debüt, dem Erzählungsband Stadtlandfluß von 1999, zu den produktivsten deutschen Erzählern. Ausgezeichnet unter anderem mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Düsseldorfer Literaturpreis, dem Rheingau-Literaturpreis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. Zuletzt erschien von ihm der Roman Das Jahr der Katze (2018).

Der junge Literaturverein Zwei Raben: Literatur in Oberhessen möchte die Region zwischen Lahn und Ohm, von der schon Rainer Maria Rilke schwärmte und in der Peter Kurzeck und der Lyriker Paulus Böhmer lebten, mit einer literarischen Gegenwart kurzschließen, die von der Sehnsucht nach dem Land geradezu infiziert ist.

Mit Unterstützung des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der Gemeinde Lahntal und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vergibt der Verein daher im Rahmen des neuen Literaturprojektes „Literaturhaus unterwegs“ jährlich zwei Aufenthaltsstipendien für Schriftsteller im ehemaligen Atelier- und Wohnhaus des Malers Otto Ubbelohdes in Goßfelden bei Marburg.

Literarische Vesper im Otto-Ubbelohde-Haus


Am 8. Dezember 2019 hatte der Verein „Zwei Raben: Literatur in Oberhessen“ die Mitglieder der Otto-Ubbelohde-Stiftung zu einer literarischen Vesper in das ehemalige Atelier von Otto Ubbelohde eingeladen. Marion Poschmann präsentierte den Gästen bereits vor der öffentlichen Lesung ihren in Goßfelden entstandenen Text über verschiedene Sichtweisen auf Raben, inspiriert von dem Rabenfries im Atelier. Nach einer Stärkung am Buffet zeigte Karl Heinz Görmar in einer Diaschau einen Rückblick auf die vergangenen sieben Monate des Vereins. Mit der anschließenden gut besuchten öffentlichen Lesung verabschiedete sich Marion Poschmann.
Wir sind gespannt auf das zweite Vereinsjahr und die nächsten Stipendiaten.